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SEPA


SWIFT & SEPA aus der täglichen Praxis



Claus Wild administriert SWIFTNet, SAP PI (ehemals XI) als auch SAP FI und liefert mit seinem Blog Berichte zu SWIFT & SEPA direkt aus der Praxis für die Praxis.


Kontakt: [ webmaster@clauswild.de ]




Donnerstag, 23. Juni 2011 - 11:51 Uhr
  SEPA und der Grundgedanke

Der Grundgedanke des einheitlichen Zahlungsverkehrs in Europa will sich wieder einmal mehr nicht einstellen. Mit Spannung wird die Entscheidung hinsichtlich des verbindlichen Enddatum der Überweisungen (Februar 2013) und Lastschriften (Februar 2014) erwartet. In diese Erwartungshaltung mischen sich erste Gerüchte ein, das Deutschland aus diesen Eckdaten ausscheren möchte und auch könnte. Der EU-Rat könnte auf Wunsch des deutschen Finanzministeriums die Übergangsfrist bis in das Jahr 2016 verlängern. Die Anforderung bezieht sich allerdings nur auf die nationalen Zahlungen – nicht auf die paneuropäischen Transfers. Eine weitere Voraussetzung wäre, dass die Banken diesen Service einer verlängerten Nutzung der alten Bankleitzahl und Kontonummer mittragen.

Was bleibt ist die Grundsatzfrage zur SEPA? Von der eigentlichen Kernidee einheitlicher Formate und Regularien scheint derzeitig nicht mehr viel übrig zu sein. Weder ist es den Verantwortlichen gelungen die Bürger der EU noch die Firmenkunden von den Vorteilen und der Notwendigkeit dieses Projektes zu überzeugen. Im Gegenteil: Es fehlt und fehlte in der Vergangenheit eine klare Linie an der sich alle Beteiligten orientieren konnten. Alleine das Ausscheren des Bundesfinanzministeriums im vergangenen Jahr in Sachen BIC und IBAN hat nicht zur Orientierung beigetragen.


Überforderte Firmenkunden

So ist es auch nicht verwunderlich, dass drei Jahre nach der offiziellen Einführung der SEPA die Bereitschaft zur Umstellung auf Seiten der Firmenkunden immer noch gering ist. Mit einem Gesamtvolumen im einstelligen Prozentbereich spiegelt sich die Verunsicherung wider. Es fehlt vor allem an klaren Aussagen der Verbände und der Politik. Weder in der Rechtsprechung und Regularien, noch in den Formatfragen ist eine klare Linie für die Beteiligten erkennbar. War der Zahlungsverkehr in der Vergangenheit eher einfach und transparent, herrscht mittlerweile eine Vielfalt an Verfahren und Formaten die schon von Experten schwer durchschaubar ist. Wie soll da ein mittelständisches Unternehmen noch den Durchblick haben, dessen Kerngeschäft sicher nicht der Zahlungsverkehr ist?

Alleine mit den Vertragsfragen und Auslegung bei der Umstellung von FTAM auf EBICS wurde in Deutschland viel Verwirrung gestiftet. Während die Sparkassen konsequent die bestehenden Verträge zum 31.12.2010 aufgekündigt hatten, lassen die Privatbanken ihren Firmenkunden einen deutlich größeren Spielraum was die Umstellung auf das internetbasierende EBICS-Verfahren angeht. Diese Unstimmigkeiten finden wir auch nach wie vor bei der Auslegung der SEPA-Formate.

Von der Idee eines einheitlichen Formates haben sich wohl alle Beteiligten längst verabschiedet. Von dem Gedanken eines Formates für länderübergreifende Zahlungen in Europa ist nicht mehr viel übrig geblieben. Alleine die Beratungsunternehmen dürften sich über diesen aktuellen Zustand freuen – die Inanspruchnahme an Beratungsdienstleistungen dürfte in den nächsten Monaten ansteigen.

Zu diesen vielen Baustellen reiht sich in der jüngsten Vergangenheit eine weitere Variante der Zahlungsformate ein. Reicht die Untermenge SEPA nicht mehr aus kann dies mit den ISO20022-Formaten kompensiert werden. Was denn nun? Zurück bleiben Firmenkunden mit vielen Fragezeichen im Gesicht, die eine Umstellung durchführen müssen welche derzeitig mehr offene Fragen als Antworten zulässt.




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