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SWIFT & SEPA aus der täglichen Praxis



Claus Wild administriert SWIFTNet, SAP PI (ehemals XI) als auch SAP FI und liefert mit seinem Blog Berichte zu SWIFT & SEPA direkt aus der Praxis für die Praxis.


Kontakt: [ webmaster@clauswild.de ]




Montag, 31. Mai 2010 - 21:34 Uhr
  EBAday 2010 - Unlocking the full potential of SEPA - ein Rückblick

Die Panel Sessions der diesjährigen EBAday in Luxemburg besaßen etwas von dem Blockbuster „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Unwillkürlich hatte man während der zwei Tage das Gefühl die Inhalte und Diskussionen zur SEPA wiederholen sich ein um das andere Jahr. Das Ergebnis daraus ist bekanntermaßen doch eher bescheiden - vergleicht man sie mit den Anstrengungen die dazu bereits seit Jahren unternommen werden. Unter dem Motto: „Unlocking the full potential of SEPA“ forderte Hansjörg Nymphius, Chairman der Euro Banking Association (EBA) die Delegierten auf die weiteren Optionen und Innovationen zur SEPA (e-SEPA und e-invoicing) weiter zu prüfen und zu vertiefen.

Nach wie vor hinken die Ergebnisse der SEPA hinter den Erwartungen zurück. Der durchschlagende Erfolg ist bisher weiterhin ausgeblieben, was auf Deutschland bezogen auch auf eine mangelnde Unterstützung der Regierung zurückzuführen ist, so Werner Steinmüller Mitglied des Group Executive Committee der Deutschen Bank. Während in Italien bereits eine SEPA Akzepanz von 30 % besteht, nutzen in Deutschland weniger als ein Prozent die neuen Zahlungsverkehrsinstrumente. Nicht gerade ermutigende Zahlen die Karoline von Richthofen, Product Management Head of Corporate Payments der Deutschen Bank während ihrer Präsentation in einem einfachen Beispiel untermauerte.

Sie verglich dabei die SEPA-Akzepanz mit der Geometrie einer Pyramide. Die Spitze der Pyramide stellt demnach der Teil der Corporates dar, dem ein erheblicher Vorteil durch den vereinheitlichten Zahlungsverkehr entsteht. Im Regelfall sind dies multinational tätige Unternehmen, die bereits frühzeitig die Weichen zur SEPA gestellt haben. Eine Ebene tiefer finden sich die Unternehmen die zwar Vorteile aus einer SEPA-Umstellung für sich sehen, aber erst mit dem verbindlichen Enddatum diesen Schritt vollziehen möchten. Die große Basis der Pyramide stellen allerdings die Markteilnehmer, die mit den Grundzügen und Instrumenten der SEPA bis heute noch nichts anfangen können. Weder der Politik noch den Banken ist es aktuell gelungen diese Menge zu erreichen.


Weiterhin zögern der Beteiligten bei der SEPA-Umstellung
An diesem Punkt finden wir allerdings genau die gleichen Aussagen die wir bereits seit zwei Jahren im wieder hören. Die Banken werden nicht müde zu betonen, dass sie die Voraussetzung der PSD bzw. SEPA umgesetzt haben und auf ein Zeichen aus Brüssel warten. Zu diesem Schluss kommen nicht nur die Banken, auch die Corporates warten auf weitere Signale und zögern eine Umstellung auf die neuen Formate verständlicherweise hinaus.

Eins dürfte in diesem Zusammenhang allerdings allen Teilnehmern klar sein: Banken werden auf Dauer die hohen Kosten eines doppelten Systems nicht schultern können und wollen. Die Kosten eines einzelnen SEPA Credit Transfer sind im Moment deutlich höher als die der bestehenden Innlandsüberweisungen. In letzter Konsequenz muss es eben das verbindliche Enddatum der Europäischen Kommission richten – so die logische Konsequenz und Meinung vieler Beteiligten. Aus den Nebensätzen der Referenten war zu entnehmen das es für SEPA Credit Transfer (SCT) 2012 und für SEPA Direct Debit 2015 wohl soweit sein könnte. Mit Ungeduld wartet man hier auf ein Zeichen aus Brüssel.

Trotz dieser Unsicherheiten sollten die Firmenkunden, die noch kein Projekt zur Umstellung ihres Zahlungsverkehrs geplant haben, nun schleunigst mit den Planungen und Vorbereitungen eines Umstellungsszenarios beginnen.


Innovation – Wer ist dafür verantwortlich, bzw. gibt es sie überhaupt?
Im Rahmen der Konferenz wurde vermehrt über Innovationen im Zahlungsverkehr diskutiert. Ist SEPA als eine Innovation anzusehen? Nein, so Thomas Egner, Executive Vice President der Commerzbank AG, SEPA ist lediglich die Umsetzung der Anforderungen die an den einheitlichen Zahlungsverkehr in Europa gefordert wurde, und nicht zwangsläufig eine Innovation. Eher ist die PSD als Innovation anzusehen, da sie die rechtliche Grundlage für weitere paneuropäische Entwicklungen bietet.

Jedoch stellt sich hierbei die Frage: Können alle Innovationen europaweit umgesetzt werden? Entwicklungen, Innovationen aus z.B. Skandinavien müssen in Südeuropa noch lange keine Erfolgsgaranten sein. Vielmehr war aus den Aussagen der Diskussionen zu entnehmen: „Gehen Sie auf Ihre Kunden zu und fragen Sie was für sie als Corporate im Tagesgeschäft wichtig ist. Nur daraus können Innovationen entstehen.“

Banken müssen sich an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren. PayPal hat es vorgemacht wie mit einer relativ einfachen Anwendung eine Vielzahl an Kunden gewonnen werden kann. Solche Entwicklungen sind bei den Banken bis heute nicht zu erkennen. Gerard Hartsink, Chairman des European Payments Council brachte es in diesem Zusammenhang deutlich auf den Punkt: „Wenn Banken nicht schnell mit einem deutlichen Mehrwert ihrer Services gegenüber ihren Kunden aufwarten können wird es jemand anders tun.“

Wir dürfen gespannt sein wie die Antwort der Banken dazu aussehen wird.




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