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SWIFT & SEPA aus der täglichen Praxis



Claus Wild administriert SWIFTNet, SAP PI (ehemals XI) als auch SAP FI und liefert mit seinem Blog Berichte zu SWIFT & SEPA direkt aus der Praxis für die Praxis.


Kontakt: [ webmaster@clauswild.de ]




Freitag, 3. April 2009 - 11:27 Uhr
  Zwiespältige Ergebnisse nach der automatischen Übernahme von BIC und
     IBAN in SAP


Ein der Herausforderungen für Corporates im Rahmen der SEPA ist die Übernahme von BIC und IBAN in den Lieferanten- bzw. Debitorenstammdaten. In Deutschland wurde mit dem IBAN-Service-Portal der BV Zahlungssysteme im letzten Jahr die Möglichkeit geschaffen, schnell und einfach die Stammdaten anzuliefern, bzw. diese angereichert mit BIC und IBAN wieder zurückzubekommen. Zeitgleich stellte die SAP den Report RFIBANMD zu Verfügung, welcher die Stammdaten in dem vorgeschriebenen Aufbau extrahiert. Beide Verfahren erlauben eine schnelle Verarbeitung und notwendige Anreicherung der Stammsätze. Wie steht es allerdings mit der Qualität zwischen Anlieferung und Nacharbeit? Das Ergebnis der abgeschlossenen Übernahme hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

Kreditorenstammsätze
Das aktuelle Verfahren in SAP unterstützt im Moment „nur“ Daten aus Deutschland, Schweiz und Lichtenstein. Von ca. 75.000 Stammsätzen (Deutschland) konnten bei uns ca. 83 % korrekt übernommen werden. Auf den ersten Blick ist diese eine erfreuliche Anzahl, die bei näherer Betrachtung allerdings viel Raum zum Handeln lässt. Nahezu 8.000 Stammsätze sind doppelt geführt – über 5.000 Bankverbindungen waren nach der Validierung fehlerhaft. Was bleibt, ist eine noch immer gewaltige Anzahl an Stammsätzen, die in irgendeiner Form mit BIC und IBAN angereichert werden müssen. Große Probleme sind dabei vorprogrammiert, da bei fast 50 % aller Rechnungen noch immer keine SEPA-relevanten Daten übermittelt werden. Noch düsterer sind die Aussichten was die Stammdaten der restlichen EU-Teilnehmer angeht. Hier sind lediglich ca. 15 % der Daten gepflegt – ohne konkrete Aussichten einer automatischen Übernahme der Stammsätze.

Debitorenstammsätze
Ähnliche Ergebnisse wurden bei der Übernahme von Debitorenstammsätzen erzielt, wobei diese im Moment eine nur untergeordnete Rolle spielen. Für eine verbesserte Belegfindung steht im elektronischen Kontoauszug ein Userexit zu Verfügung, welcher Kunden durch die Bankverbindung identifizieren kann. Dazu müssen über die Transaktion RFEBKA80 die Bankdaten ausgewertet, bzw. den Stammsätzen zugefügt werden. Die Quote der automatisch übernommen Stammdaten liegt hierbei sogar nur bei ca. 40 %. Da aber bis auf weiteres nicht mit einer Zunahme von SEPA Credit Transfer Zahlungseingängen zu rechnen ist, spielen die Debitorenstammdaten bis auf weiteres eine unterordnete Rolle.

Fazit
Die Erstellung des Extraktes, bzw. die Verarbeitung der validierten Daten hat sich in der Praxis als durchaus stabile und einfache Anwendung etabliert. Was bleibt ist die aufwendige Nacharbeitung der fehlerhaften Stammsätze. Aufgrund fehlender Angaben der Lieferanten ist diese sogar teilweise gar nicht möglich. Die Planung einer Qualweisen Aktualisierung der Stammdaten ist in weite Ferne gerückt. Einfacher ist es nicht geworden!




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