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  Krise, Krise – und (k)ein Ende?

Nachgefragt – wie sehen Credit Management- Experten die Situation?

Thomas Dold, 52 Jahre, Geschäftsführer D&B Deutschland

Je länger die Krise dauert, umso uneiniger zeigen sich Experten aus Politik und Wirtschaft bei Bewertungen und Prognosen. Während einzelne Branchen und Verbände Zuversicht verbreiten und die Hoffnung über ein Ende der ökonomischen Talfahrt äußern, zeichnet die Frühjahrsprognose führender Wirtschaftsinstitute eher den Weg ins Jammertal. Realismus und Mut sind meines Erachtens die Gebote der Stunde: Realismus meint die Abkehr von den übertrieben positiven und negativen Krisenszenarien. Mut, oder anders gesagt Unternehmergeist, bedeutet, sich den Unbilden der Krise zu stellen. Ein wichtiger Baustein ist hierbei das Risikomanagement. Es hilft, Vertrauen in und zwischen Unternehmen zu stärken und die Transparenz im Markt wieder aufzubauen und zu erweitern. Wir spüren, dass durch die Krise bei vielen Unternehmen und Kunden der Stellenwert des Risiko- und Kreditmanagers weiter an Bedeutung gewonnen hat. Einige Unternehmen haben eigens neue Stellen in diesem Bereich geschaffen und ihre Investitionen hinsichtlich der Risikovorsorge verstärkt. Hervorzuheben ist vor allem die hohe Nachfrage nach Lösungen für integriertes Risikomanagement. Unternehmen verlangen nach qualitativ hochwertigen Wirtschaftsinformationen, die sich leicht in ihre jeweiligen Systeme integrieren lassen. Hier sehen wir für die Zukunft enormes Potenzial.“


Dr. Werner Grünewald, 46 Jahre, Director of Finance Services / Risks DKV Euro Service GmbH + Co. KG

„Ich beobachte derzeit einen neuen Trend. Er geht weg vom reinen Wachstumsgedanken – hin zu einer risikoorientierten Unternehmensführung. Bezogen auf die Risikopolitik gilt auch für unser Unternehmen verstärkt die Devise „cash ist king“. Deutlich spürbar ist ein wachsender Betreuungs- und Beratungsbedarf im Kundenbereich. Ein Thema ist für uns insbesondere auch die hohe Insolvenzrate in Osteuropa. Die Liquiditätsausstattung des Transportsektors ist dort sehr schlecht.“


Uwe Doods, 39 Jahre, Leiter Payment Services easycash GmbH

„Das Forderungs- und Credit Management in Unternehmen nimmt vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise eine zunehmend wichtige Rolle ein. Wenn es funktionstüchtig ist und optimal läuft, hilft es, Risiken, Forderungsausfälle und Zahlungsverzögerungen zu minimieren. Es ist in dieser Zeit wichtiger denn je. Obwohl die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2008 zurückging, sind weiterhin ZahAnlungsverzögerungen und Forderungsausfälle zu beklagen, die die Liquidität des Unternehmens beeinträchtigen. Gerade in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es für den Credit Manager von enormer Bedeutung, noch „dichter“ am Kunden zu sein. Finanzgespräche, Kundenbesuche sowie der regelmäßige Turnus der Ratinganpassungen für Bestandskunden sollten zumindest temporär in kürzeren Intervallen erfolgen, um über eine mögliche Verschlechterung der Finanzlage des Unternehmens unmittelbar Aufschluss zu erhalten und auf das Risiko optimal reagieren zu können. Derzeit bekommen wir noch nicht alle Auswirkungen zu spüren. Die Spitze des Eisberges werden wir im B2C-Bereich frühestens Ende diesen Jahres und im nächsten Jahr erleben. Vor allem die Industrie wird von der Krise in diesem Jahr besonders betroffen sein. Das Geschäftsmodell der Zahlungsdienstleister erweist sich in den aktuellen Krisenzeiten weiterhin als stabil. Die Payment-Branche erfüllt auch in der angespannten Marktsituation zwei wichtige Funktionen: Sie leistet ihren Beitrag zur Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs durch den reibungslosen Ablauf des Bezahlvorgangs am Point-of-Sale im Handel. Zum anderen garantiert sie dem Handel ein hohes Maß an Sicherheit und Kosteneffizienz bei der Verarbeitung eines Transaktions- und Umsatzvolumens von mehreren Milliarden Euro. In der Abteilung Payment Services wird das Forderungsmanagement ausschließlich im B2C-Bereich abgewickelt. Bislang stellen wir kaum eine Veränderung im Zahlverhalten der Endkunden fest. Wir sprechen von einer Stagnation. Präventiv stellen wir uns jetzt schon der Thematik: Prozesse werden optimiert, die Credit-Policy angepasst – wir bereiten uns auf einen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen und eine Verschlechterung der Zahlungsmoral vor, die ich bei den Endkunden, u.a. auch aufgrund der steigenden Arbeitslosenzahlen, ab dem 3. Quartal 2009 erwarte.“


Andreas Lüer, 39 Jahre, Abteilungsleiter Kunden-/ Forderungsmanagement Gesamtkonzern BAU KING AG

„Die Auswirkungen sind im Rahmen einer restriktiveren Kreditvergabe der Banken bei unseren Kunden spürbar, was zu einer weiteren Verlagerung des Kreditbedarfs auf den Handel führt. Die Vergabe von Lieferantenkrediten erfolgt erst nach noch genauerer Prüfung und intensiven Gesprächen mit den Kunden. Die Einholung von Sicherheiten zur Absicherung des Lieferantenkredites spielt eine höhere Rolle bei der Vergabe der Kredite. Der Kontakt zu unseren Kunden wird durch diese Gespräche vertieft.“


Matthias Menzel, 48 Jahre, Leiter Debitoren- und Kreditmanagement Sto AG

„Die Folgen der Krise sind deutschlandweit spürbar. Derzeit erleben wir eine zeitliche Verlagerung einiger Effekte, die – bedingt durch gestiegene öffentliche Ausgaben – noch nicht voll zur Entfaltung kommen. Ich erwarte eine Zunahme der Schwierigkeiten im Anschluss an die Bundestagswahl. Dank der zusätzlichen Ausgaben der „öffentlichen Hand“ ist die aktuelle konjunkturelle Situation in der Baubranche noch gut. Die Prognosen für 2009 sind positiv, fallen für 2010 allerdings deutlich verhaltener aus. Bei meiner Arbeit im Unternehmen spüre ich noch keine Auswirkungen. Sehr wahrscheinlich wird sich dies im Winter jedoch ändern.“

Quelle: Verein für Credit Management e.V.


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