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  EC-PCA: Profit-Center-Rechnung

Die Profit-Center-Rechnung hat das Ziel, das Unternehmen in logisch eigenständige Bereiche aufzuteilen, die jeder für sich für ihr eigenes Ergebnis verantwortlich sind. Profit-Center stellen damit „Unternehmen im Unternehmen“ dar. Ein Profit-Center repräsentiert somit einen Verantwortungsbereich im Unternehmen, der mit den ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen ein Ergebnis erwirtschaftet. Die Aufteilung eines Unternehmens in Profit-Center hat den Zweck, unternehmerische Verantwortung von oben nach unten zu delegieren und unternehmensinterne Märkte und Wettbewerb zu schaffen. Die Profit-Center-Rechnung ermöglicht es Ihnen, für jeden internen Verantwortungsbereich eine eigene GuV nach dem Umsatzkosten- oder Gesamtkostenverfahren zu erstellen und darüber hinaus bei Bedarf auch eine komplette Bilanz.

Die Abgrenzung der Profit-Center-Rechnung zur Kostenstellenrechnung besteht darin, dass Kostenstellen zur Analyse der Entstehung von Kosten dienen, während Profit-Center neben Kosten auch Erlöse erwirtschaften. Profit-Center decken in der Regel wesentlich größere Unternehmensbereiche ab, als dies Kostenstellen tun. Die Fokussierung der Profit-Center-Rechnung liegt im Gegensatz zur Ergebnis- und Marktsegmentrechnung auf das Unternehmen selbst, während letztere den Markt betrachtet. Die Ergebnisrechnung analysiert, in welchen Marktsegmenten das Unternehmen erfolgreich ist oder nicht, während die Profit-Center-Rechnung im Blick hat, welche Teile des eigenen Unternehmens besonders erfolgreich waren und bei welchen Teilen Handlungsbedarf besteht. Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die Ergebnisrechnung ausschließlich auf die GuV ausgelegt ist und keine Funktionalität anbietet, auch Bilanzzahlen darzustellen.

Aus technischer Sicht handelt es sich bei Profit-Centern um Stammdatenobjekte, die eine ähnliche Struktur haben wir Kostenstellen – neben einem Namen und einer Bezeichnung haben sie eine zeitliche Gültigkeit, einen Verantwortlichen und sind hierarchisch in einer Standardhierarchie angeordnet. Der technische Name des Moduls, EC-PCA, deutet bereits daraufhin, dass es die Profit-Center-Rechnung streng genommen kein Teil des Controllings ist, sondern des übergreifenden Unternehmenscontrollings. Profit-Center dienen der übergreifenden Auswertung von Kosten und Erlösen der zugeordneten Controlling-Objekte. Sie sind aber selbst keine Controlling-Objekte, d.h., Sie können keinen Beleg in der GuV direkt auf ein Profit-Center kontieren, ohne nicht auch noch ein Controlling-Objekte wie z.B. eine Kostenstelle oder einen Innenauftrag anzugeben. Bilanzpositionen hingegen können Sie auf ein Profit-Center buchen, da Sie für Bilanzkonten ja keine Controlling-Objekte verwenden.

Ein wesentlicher Unterschied der Profit-Center-Rechnung zu den Controlling-Modulen ist, dass Profit-Center keine Controlling-Objekte sind; vielmehr dienen sie als übergeordnete Gruppierung für alle Controlling-Objekte im Controlling. Wenn Sie die Profit-Center-Rechnung einsetzen, dann müssen Sie alle Controlling-Objekte wie Kostenstellen, Innenaufträge, Geschäftsprozesse, Fertigungsaufträge oder Ergebnisobjekte genau einem Profit-Center zuordnen. Sämtliche Kosten und Erlöse, die auf ein Controlling-Objekt kontiert werden, schreibt das System damit automatisch auch zum zugeordneten Profit-Center fort. Neben Controlling-Objekten können Sie auch weitere Materialstammsätze mit Profit-Centern verknüpfen. Die Art der Zuordnung von Controlling-Objekt zu Profit-Centern hängt vom betroffenen Objekt ab:


* Kostenstellen ordnen Sie manuell im Stammsatz ein Profit-Center zu.

* Bei Innenaufträgen tragen Sie manuell im Auftragsstammsatz ein Profit-Center ein oder belegen es mittels eines Musterauftrags vor.

* Bei Geschäftsprozessen verfahren Sie analog zu Kostenstellen, indem Sie manuell ein Profit-Center im Stammsatz hinterlegen.

* Für Fertigungsaufträge, Produktkostensammler und Kostenträgerhierarchien ermittelt das System automatisch das Profit-Center aus dem Stammsatz des zugeordneten Materials.

* Auch bei Kundenauftragspositionen und Bestellpositionen wird das Profit-Center automatisch aus dem Materialstammsatz übernommen

* In der Ergebnisrechnung sind Profit-Center und Material fest Merkmale. Entsprechend ist bereits eine Ableitung des Profit-Centers aus dem Material voreingestellt. Ergebnisobjekte ermitteln das Profit-Center somit ebenfalls aus dem Materialstamm. Erfassen Sie manuelle Belege in der Finanzbuchhaltung, müssen Sie ggf. das Profit-Center manuell angeben.


Für Bilanzpositionen wird das Profit-Center wie folgt ermittelt:


* Anlagenstammsätze sind immer entweder einer Kostenstelle, einem Innenauftrag oder einem Projekt zugeordnet. Der Anlagenbestand und sämtliche Bewegungen werden somit auf dem Profit-Center fortgeschrieben, dem die Anlage indirekt über das verknüpfte Controlling-Objekt zugeordnet ist. Die Anlagen-Bewegungsarten werden ebenfalls in den Profit-Center-Belegen fortgeschrieben. Anlagenbestände und –bewegungen können Sie entweder online übernehmen oder periodisch über einen speziellen Report.

* Der Materialbestand wird anhand der Zuordnung des Materials zum Profit-Center ermittelt; auch hier haben Sie die Wahl, Bewegungen und Bestände online oder periodisch zu übernehmen.

* Ware in Arbeit ordnet das System automatisch demjenigen Profit-Center zu, zu dem auch der Innenauftrag oder Fertigungsauftrag gehört, für den die Ware in Arbeit ermittelt wurde.

* Für Forderungen und Verbindlichkeiten ermittelt das System das entsprechende Profit-Center indirekt anhand der Gegenbuchung in der GuV, die in den jeweiligen Debitoren- oder Kreditorenrechnungen erfasst wurde.

* Bei allen weiteren Buchungen zu Bilanzkonten, bei denen das Profit-Center nicht automatisch ermittelt werden kann, können Sie entweder ein Default-Profit-Center verwenden oder es manuell auswählen.


Die Profit-Center-Rechnung nimmt somit eine Sonderstellung im Controlling ein, da Sie eine zu den anderen Modulen übergeordnete Ebene bildet. Jede Buchung in der GuV muss bei aktiver Profit-Center-Rechnung einem Profit-Center zugeordnet werden. Es finden somit keine Werteflüsse zwischen der Profit-Center-Rechnung und den anderen CO-Modulen statt. Wie weiter oben erwähnt, strukturieren Sie Ihre Profit-Center analog zu den Kostenstellen in einer Standardhierarchie, die Sie wiederum in Gruppen untergliedern können. Welche Art der Struktur Sie hier wählen, hängt gegebener Maßen stark von Ihrer Unternehmensstruktur ab. Grundsätzlich sollten Sie Ihre Profit-Center-Struktur aber so wählen, dass sie Ihre Reportingstruktur z.B. für Ihre Segmentberichterstattung widerspiegelt.

Wo genau die Fortschreibung von GuV- und Bilanzwerten stattfindet, hängt davon ab, ob Sie das Neue Hauptbuch einsetzen oder nicht. Arbeiten Sie noch mit dem klassischen Hauptbuch, dann bilden Sie die Profit-Center in einem eigenen Ledger (8A) ab. Wir sprechen dann analog von der klassischen Profit-Center-Rechnung. Im Neuen Hauptbuch jedoch ist die Profit-Center-Rechnung nahtlos in das Hauptbuch mit integriert; das Profit-Center ist dann lediglich ein Merkmal für die Berichterstattung im Neuen Hauptbuch. Das neue Hauptbuch löst die Funktionalität der klassischen Profit-Center-Rechnung ab. Im klassischen Szenario wird das Hauptbuch in einem eigenen Ledger geführt, während Sie für die Profit-Center-Rechnung ein weiteres Ledger benötigen. Sie können somit im klassischen Hauptbuch aus dem FI heraus keine verdichtete Auswertung über Informationen aus der Profit-Center-Rechnung erstellen – das Feld Profit-Center ist in der Summentabelle GLT0 des klassischen Hauptbuchs nicht enthalten.

Im Neuen Hauptbuch können Sie für die neue Summentabelle FAGLFLEXT selbst bestimmen, für welche Felder Sie Auswertungen benötigen. Indem Sie z.B. das Profit-Center und den Funktionsbereich in die Summentabelle aufnehmen, können Sie z.B. eine GuV nach dem Umsatzkostenverfahren je Profit-Center aus dem FI heraus aufrufen. Wenn Sie das Neue Hauptbuch einsetzen, sind somit nahezu alle Einstellungen, die wir in diesem Kapitel vorstellen, für Sie nicht relevant. Sie definieren lediglich die Summentabelle FAGLFLEXT und stellen die Belegaufteilung ein. Die Belegaufteilung löst die Funktionalität zur Übernahme von Bilanzpositionen ab und bietet Ihnen nunmehr die Möglichkeit, z.B. Forderungen und Verbindlichkeiten online auf Profit-Center aufzuteilen anstelle dies nachträglich zum Periodenende zu tun. Die einzigen Einstellungen aus diesem Kapitel, die Sie im Neuen Hauptbuch weiterhin benötigen, sind diejenigen zur Anlage von Stammdaten. Im Neuen Hauptbuch bietet SAP außerdem mit dem Segment noch eine neue Stammdatenentität an. Auf der Basis von Segmenten können Sie alternativ oder zusätzlich zu Profit-Centern eine Segmentberichterstattung erstellen. Segmente werden im Customizing unter dem Pfad Unternehmensstruktur • Definition • Finanzwesen • Segment definieren definiert.

Ein Segment legen Sie unabhängig von anderen Organisationseinheiten wie etwa dem Buchungskreis oder Kostenrechnungskreis an. Im Normalfall ordnen Sie Segmente im Profit-Center-Stamm zu, um die Segmentberichterstattung; die einzige Alternative dazu ist ein Business Add-In, das Sie programmieren können, um die Segmente nach eigenen Kriterien abzuleiten. Diese Einstellung finden Sie unter Finanzwesen (neu) • Grundeinstellungen Finanzwesen (neu) • Werkzeuge • Kundenerweiterungen • Business Add-Ins (BAdIs) • Ableitung Segment • Segment ableiten. Segmente stellen eine Art virtueller Profit-Center-Gruppen dar. Ihr Einsatz bietet sich dann an, wenn Ihre Profit-Center-Struktur nicht die Struktur Ihrer Segmentberichterstattung darstellt. Ist beispielsweise Ihre Profit-Center-Struktur auf erster Ebene funktional gegliedert und darunter anhand von Segmenten, so können Sie den einzelnen Profit-Centern Segmente zuordnen, um Sie so in der Berichterstattung zusammenzufassen.


Quelle: Martin Munzel
Blog: http://munzel.fico-forum.de


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