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  GRC - Risikomanagement beim Stahlkonzern Klöckner

Risikomanagement aus einem Guss

Die Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH, deutsche Tochter des weltweit agierenden Klöckner & Co-Konzerns, unterstützt ihr Debitorenmanagement mit einer innovativen Software. Damit ist der Metalldistributor künftig besser geschützt vor Forderungsausfällen.

„Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage des Gesamtmarktes, insbesondere auch des Stahlbereiches, wird die Situation unserer Hauptabnehmer schwieriger, dies zeigt sich auch im Forderungsmanagement. Für Unternehmen ist es derzeit nicht einfach, an Bankkredite zu kommen. Sie werden daher verstärkt Lieferantenkredite in Anspruch nehmen, auch bei uns.“ Arnd Bahn von der Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH (KSM) bleibt gelassen. Mit einer Forderungsumschlagsdauer von durchschnittlich 30 Tagen steht sein Unternehmen diesbezüglich recht gut da. Trotzdem erwartet er, dass die Zahl offener Forderungen steigt und damit das Risiko von Ausfällen. Eine aktuelle Erhebung des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) scheint das zu bestätigen. Danach rechnen rund 45 Prozent der BDIU-Mitglieder mit mehr säumigen Schuldnern in diesem Jahr.

Vertrieb und Kreditmanagement entscheiden gemeinsam

Die KSM arbeitet deshalb mit Warenkreditversicherungen und betreibt ein striktes Risikomanagement. Zuständigkeiten und Hierarchien sind klar geregelt. Das Kreditmanagement ist in der Debitorenbuchhaltung angesiedelt, das heißt neben der Kontenverwaltung obliegt dem Sachbearbeiter auch die Limitbewilligung für seine Kunden. Letztere hängt unter anderem von der eigenen Bonitätsbewertung, dem Auftragsvolumen und dem Abdeckungsgrad durch den Versicherer ab. Alle Forderungen ab 15.000 Euro werden angedient, ab 50.000 Euro sind diese versichert. Bei Forderungen darunter trägt Klöckner das Risiko komplett selbst. Reicht die Abdeckung durch den Kreditversicherer nicht aus, sichert sich die KSM durch alternative Maßnahmen ab. Für Neukunden mit Forderungen bis 15.000 Euro wird zunächst ein den Anforderungen entsprechender Kreditrahmen festgelegt – vorausgesetzt, dass keine negativen Auskünfte von Creditreform vorliegen. Der renommierte Wirtschaftsinformationsdienst ist für KSM der „Hauptlieferant“ von Bonitätsauskünften. Sobald erste Zahlungserfahrungen vorliegen, wird ein Kunde entsprechend eingestuft. Ein Automatismus ist die Limitbewilligung nicht, vielmehr eine Einzelfallentscheidung. Dazu holen die Kreditsachbearbeiter auch immer den Vertrieb mit ins Boot. Der rege Austausch zwischen beiden Seiten ist bezeichnend für die Kreditpolitik bei KSM: Nicht als Interessenkonflikt sondern als konstruktives Miteinander sehen die Beteiligten die Entscheidungsfindung. „Unser Vertrieb ist sehr sensibilisiert für dieses Thema und achtet schon von sich aus auf negative Anzeichen bei den Kunden“, erläutert Ursula Gawron, Abteilungsleiterin Debitoren/Kreditmanagement Region Nord. In solchen Fällen suchen sie selbstständig nach Lösungen, um das Ausfallrisiko gering zu halten. Beispielsweise verlangen sie Vorkasse oder schlagen Teillieferungen vor.

Kreditentscheidungen basieren auf konkreten Fakten

„Wir diskutieren niemals ins Blaue hinein, sondern beziehen uns immer auf konkrete Fakten.“ Laut Arnd Bahn hat das vor allem mit der höheren Datenqualität im Risikomanagement zu tun, die mit den Softwarelösungen CREFOsprint und KVsprint erzielt wurde (siehe Kästen 2 und 3). Seit Ende 2007 arbeitet KSM mit den SAP-Add-Ons der cormeta ag. „Wir haben jetzt mehr Reportingmöglichkeiten, so dass sich eine Kreditentscheidung noch besser begründen lässt.“

Sichere Abwicklung der Kreditversicherungspflichten

Zahlreiche Auswertungen und Listen können quasi auf Knopfdruck erzeugt werden – immer detailliert, immer tagesaktuell. So lassen sich beispielsweise Übersichten zu Zahlungszielüberschreitungen, Jahresumsätzen, Saisonlimits und gewährten Teilzahlungen innerhalb von Minuten erstellen. Sicher: Auch mit dem ERP-System konnten beispielsweise die Daten für die Monatsultimo-Meldungen an den Kreditversicherer und Außenstände relativ schnell erhoben werden. Doch im Gegensatz zum SAP-Standard speichert die neue Software zusätzlich die „historischen“ Daten bei der Limitfestsetzung (u.a. Erhöhungen, Reduzierungen). Dadurch ist heute die Kalkulation der zu zahlenden Versicherungsprämie deutlich einfacher geworden.

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