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SWIFT & SEPA aus der täglichen Praxis



Claus Wild administriert SWIFTNet, SAP PI (ehemals XI) als auch SAP FI und liefert mit seinem Blog Berichte zu SWIFT & SEPA direkt aus der Praxis für die Praxis.


Kontakt: [ webmaster@clauswild.de ]




Freitag, 25. September 2009 - 14:43 Uhr
  SEPA – Die Hürden für klein- und mittelständische Unternehmen

Mit der bevorstehenden Einführung von SEPA Direct Debit im November 2009, soll nach Vorstellungen des European Payments Council (EPC) und den europäischen Kreditinstituten neuer Schwung in die SEPA kommen. Ungeachtet der bisher eher mäßigen Anzahl an SEPA Credit Transfer-Überweisungen, soll mit der neuen Lastschrift das Angebot an neuen Zahlungsverkehrsinstrumenten abgerundet werden und der SEPA zu dem erhofften bzw. erwarteten Erfolg verholfen werden. Somit wären die Anforderungen an den Zahlungsverkehr bzw. Ideen der Lissabon-Agenda bis zum Jahresende größtenteils umgesetzt und in den Regelbetrieb überführt. Allerdings hat die Praxis gezeigt, dass die Akzeptanz bei den Firmenkunden eher mäßig ist und die in die SEPA gesetzten Erwartungen bei weitem nicht erfüllt wurden. Woran liegt es also, dass die hohen Investitionen der Banken in Technologie, Prozesse und Marketing bis heute nahezu verpufft sind? Die Einführung kam sicherlich zu einem ungünstigen Zeitraum. Mit der sich verschlechternden Weltwirtschaftskonjunktur hat auch gewiss die Bedeutung von SEPA an Wert verloren. Die Sicherung der Liquidität und des eigenen Unternehmens stand ab dem Herbst 2008 sicherlich mehr im Fokus der CEO´s und CFO´s dieser Welt als irgendwelche Umstellungen im Zahlungsverkehr.

Allerdings wurde SEPA von den Kreditinstituten weit vor der Finanzkrise beworben - zu einer Zeit als die Wirtschaft boomte und Verbesserungen hinsichtlich Kosten und Prozesse durchaus im Fokus hätten stehen sollen. Was sind oder waren also die Ursachen für diese Zurückhaltung? Die Gründe sind sicherlich vielschichtig, und werden von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich betrachtet und bewertet. Wobei gerade die Unternehmensgröße zu einem kritischen Erfolgsfaktor geworden ist. Lesen wir heute Publikationen zur SEPA, erschleicht den Leser das Gefühl, das die SEPA „eigentlich“ nur den großen Konzernen vorbehalten bzw. notwendig ist. Klein- und mittelständische Unternehmen können oftmals nicht die Notwendigkeit für ihr Unternehmen daraus ableiten. Oftmals wird nicht mit Nachdruck in den Hochglanzbroschüren darauf hingewiesen, dass auch ein kleines Unternehmen – welches bereits heute europaweiten Zahlungsverkehr betreibt – von einem vereinheitlichten Zahlungsverkehrsraum profitieren kann. Hier sollten die Firmenkundenbetreuer der Banken in die Pflicht genommen werden. Auch mit den Begrifflichkeiten der SEPA haben die KMU´s mit großer Sicherheit Schwierigkeiten. Den tiefgründigen Einblick in Formate und Verfahren haben sicherlich nur wenige Spezialisten. Werfen wir einen Blick auf die bevorstehende Einführung der Lastschrift, wird das ziemlich deutlich. Bei Diskussionen um „Core-Direct Debit“ oder „B2B-Direct Debit“ dürften viele Verantwortliche der kleineren Unternehmen dankend ablehnen. Warum sich mit dem etwas neuen, ungewohnten und zudem komplexen Thema herumschlagen? Dazu fehlen einfach Zeit, Ressourcen und Wissen.

Noch viel größere Hürden dürften die technischen Voraussetzungen sein, die für die SEPA benötigt werden, und bei den KMU´s noch oftmals fehlen. Die großen Konzerne haben häufig eigene Abteilungen, die sich um die Aktualität der Softwarestände in ihren ERP-Systeme kümmern können. Bei mittelständischen Unternehmen wird dies oftmals schon schwieriger. Oft finden wir hier „Allrounder“ vor, die sich gleichzeitig um mehrere Module kümmern müssen oder es muss Beratungsleistung auf dem externen Markt eingekauft werden – worauf in der aktuellen Situation sicherlich verzichtet wird. Da das verbindliche Enddatum noch aussteht, und somit kein Druck auf alle Beteiligten ausgeübt wird, fehlt ein weiterer Anreiz, die Hürde SEPA erfolgreich zu meistern. Neben allen Rufen an Konzerne und an die öffentliche Hand, dürfen die KMU´s nicht vergessen werden. Sie tragen mit ihrem Anteil an Zahlungsverkehr erheblich an dem Gesamterfolg der SEPA mit bei. Allerdings muss die Einstiegshürde für diese Unternehmen deutlich gesenkt werden. Die Kreditinstitute müssen individuell, bzw. gemeinsam mit dem Kunden die Vorteile eines raschen Umstiegs ausarbeiten. Die Softwareindustrie auf der anderen Seite muss mit überschaubaren Paketen den Umstieg auf die neuen Verfahren erleichtern.




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